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Göttinger Gruppe / Securenta AG

Die Göttinger Gruppe ist seit mehr als 10 Jahren auf dem grauen Kapitalmarkt aktiv.
In diesem Bereich wirbt die Göttinger Gruppe unter anderem durch die Securenta AG (vormals auch die Langenbahn AG, die mit der Securenta AG fusionierte) mit der SecuRente, die in Form von mitunternehmerischen Beteiligungen eine Altersversorgung in steuerlich optimierter Form darstellen soll.

Die Göttinger Gruppe warb in den 90er Jahren tausende Anleger mit dem Versprechen einer gleichwohl risikolosen wie lukrativen Altersversorgung.

Letztlich vom Steuersparargument überzeugt, schlossen Interessierte mit den Gesellschaften des Konzerns stille Gesellschaftsverträge.

Die Securenta AG trat u.a. mit dem Slogan an:
"Neue Werte für Ihr Geld". 
Die Anleger haben eine atypisch stille Beteiligung an einem Unternehmenssegment der Securenta AG oder an weiteren Gesellschaften gezeichnet.

Auf die Einlage, die mindestens DM 1.000,00 (Einmaleinlage) beträgt, erhält die Securenta AG zunächst zusätzlich 5 % Agio.
Hinzu kamen weitere 15 % der Einlage, die zur Deckung der Vertriebskosten (Provisionen) verwendet worden sind, so daß insgesamt 20 % sog. "weiche" Kosten zu verzeichnen sind.
Da die Unternehmenssegmente bzw. die Gesellschaft zunächst Verluste erwirtschaften, geplant ist meistens eine Verlustphase von 3 Jahren, wird damit geworben, daß der Anleger mit Verlustzuweisungen in Höhe von 100 % seiner Einlage in diesem Zeitraum rechnen kann.
Zusätzlich erwirbt der Anleger ein jährliches Entnahmerecht in Höhe von 10 % seiner Einlage.
Der Anleger hat laut Emissionsprospekt der Securenta AG drei Möglichkeiten, wie er mit seinem Entnahmerecht verfahren kann:
1.Auszahlung
2. Auszahlung mit gleichzeitiger Wiederanlage
3.Verzicht auf Entnahme
Um die Altersversorgung zu sichern, fordert die Securenta AG die Auszahlung mit gleichzeitiger Wiederanlage der Entnahmebeträge in die gezeichnete Beteiligung bzw. nach Gründung neuer Gesellschaften in diese.
Andernfalls, so die Formulierungen im Emissionsprospekt, ist die optimierte Gestaltung der SecuRente nicht gewährleistet.
Während der Laufzeit der Anlage werden daher ständig neue Beteiligungen gezeichnet, auf die der Anleger in den meisten Fällen keinen Einfluß mehr nimmt.
Nach Ende der gesamten Laufzeit seiner Beteiligungen, hat der Anleger einen Anspruch auf die Auszahlung seiner Auseinandersetzungsguthaben.
Dieses kann er sich laut Emissionsprospekt entweder in einer Summe oder in Raten auszahlen lassen.

Das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen untersagte der "Göttinger Gruppe" im Oktober 1999 die Durchführung des Rentenmodells, da dieses aufgrund einer Änderung des Kreditwesengesetzes zum 01.01.1998 unzulässig geworden sei.

Die Göttinger Gruppe hat ein gravierendes Liquiditätsproblem.

Dies ergibt sich zum einen aus dem Umstand, dass die Ausschüttungen im Nov./Dez. 2000 mit Verweis auf angeblich dringend erforderliche Investitionen zunächst vollständig eingestellt worden waren.
Gemäß § 11 Abs. 6 des Gesellschaftsvertrages ist die Aussetzung oder Einstellung von Ausschüttungen an die stillen Gesellschafter nur bei Liquiditätsproblemen möglich.
Daher bestanden bestanden diese entweder bereits Ende 2000, oder ein Gesellschafterbeschluss war nicht satzungskonform und daher unwirksam.
Im Übrigen werden nicht alle stillen Gesellschafter gleich behandelt.
Im Einzelfall werden an stille Gesellschafter mit sehr hohen Einmaleinlagen oder an solche mit hohen fremdfinanzierten Einmaleinlagen weiterhin 9 % ausgeschüttet.
Weiterhin ist die Securenta AG jedoch nicht in der Lage, ihrer Verpflichtung aus dem Verlustübernahmevertrag, der zwischen ihr und dem Bankhaus Partin geschlossen worden ist, nachzukommen.
Gegenüber dem Aufsichtsamt konnte sie nur 3 Mio. DM pro Monat anbieten.
Aus diesem Grund wurde dem Bankhaus Partin die Erlaubnis zum Führen von Bankgeschäften entzogen.
Bei einer Saldierung der aktuellen Verkehrswerte (258 Mio. DM) mit den langfristigen Bankverbindlichkeiten (110 Mio. DM) und allen sonstigen Verbindlichkeiten (157 Mio. DM) ist erkennbar, dass eine deutliche Unterdeckung gegeben ist.

Dies erhöht das Risiko für die Anleger erheblich.

Die Göttinger Gruppe nimmt ihr Hauptprodukt, die atypische stillen Beteiligungen, vom Markt und will sich zukünftig im Investmentfonds-Geschäft engagieren, so der Vorstandssprecher der Göttinger Gruppe.
In Zukunft wolle man nahezu den gesamten Teil der Anlegergelder gruppenextern investieren .
Dieser  geschickte Schachzug der Göttinger Gruppe soll ersichtlich die öffentliche Kritik eindämmen.

Die Verrentung der Auszahlungsbeträge ist seit der 6. Änderungsnovelle zum Kreditwesengesetz (KWG) unzulässig, da der Securenta AG die erforderliche Erlaubnis fehlt.
Die Konsequenz der Unzulässigkeit der Auszahlung von Auseinandersetzungsguthaben in verrenteter Form ist, daß die Securenta AG, die aufgrund der Kündigung atypischer Beteiligungen fälligen Auseinandersetzungsbeträge in einer Summe auszahlen muß.
Dies führt folgerichtig dazu, daß bei Kündigung der Folgebeteiligungen, die letzte und vorletzte noch in der Verlustphase befindlich sind, was angeblich zu schweren wirtschaftlichen Nachteilen für die stillen Gesellschafter führen soll.
Dass sich die eigentlichen Macher als Opfer darstellen und dies auch noch unter Ausblendung jeglichen eigenen Fehlverhaltens gegenüber den Anlegern, ist schlicht eine Verkennung der Tatsachen.

Diese Beteiligungen sind gleichzeitig ein so genannte Teilgewinnabführungsvertrag nach §§ 291, 292 Abs.1 Nr.2 AktG.
Zur stillen Beteiligung gehört die Verpflichtung nach § 236 HGB, Einlage in voller Höhe zu erbringen. Im Insolvenzfalle ist der Insolvenzverwalter verpflichtet die restlichen Einlagen von den Gesellschaftern einzufordern erbringen.

Nach aktueller Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs können Betroffene, die im Vertrauen auf eine monatliche  „Secu-Rente“ seit 1998 Geld in die Göttinger Gruppe investiert haben, ihre Einlagen komplett zurückfordern.
Der BGH hat nun festgestellt, dass die Gesellschaftsverträge grundsätzlich wirksam sind. Aber die Anleger können ihre Beteiligung umgehend kündigen, weil  die Göttinger Gruppe die Guthaben künftig nur noch in Gestalt einer Einmalzahlung leistet.

Damit entfällt die versprochene Verzinsung von jeweils 7% auf den jeweiligen Restbetrag.
Ob betroffene Anleger unabhängig vom aktuell bestehenden Wert ihrer Beteiligung ihre Einlagen vollständig zurückverlangen können, hängt nach Auffassung des Bundesgerichtshofs davon ab, ob sie bei Abschluss des Vertrages korrekt über die Nachteile und Risiken der Anlage aufgeklärt wurden.

Bei Verträgen, die nach dem 01.01.1998 geschlossen wurden, sahen die Richter einen Aufklärungsmangel bereits darin, dass den Anlegern die Rentenzahlung am Ende der Vertragslaufzeit als sicher versprochen wurde.

Dargestellt wurden durch die Vermittler in der Regel nur die vermeintlichen Chancen, nicht jedoch die mit der Beteiligung verbundenen hohen Risiken.

Die Aushändigung des Emissionsprospektes reichte hierzu nicht aus.

Gerade bei einem sehr umfangreichen und unübersichtlichen Prospekt könne ein Vermittler nicht davon ausgehen, durch bloße Übergabe des Prospekts ausreichend informiert zu haben. 

Vielmehr bedürfe es einer zusätzlichen mündlichen Information.

An dieser dürfte es aber in der Regel gefehlt haben.
Häufig wurden bei der Anwerbung von künftigen Gesellschaftern folgende Beratungsfehler begangen: 
- es wurde bei Zeichnung/Beitritt nicht über das Verlust- und Insolvenzrisiko hinsichtlich der noch   ausstehenden Raten nach § 236 Abs.2 HGB aufgeklärt
- Über das Totalverlustrisiko wurde nicht hingewiesen
- Mit dem Verkauf als Secu-Rente wurde eine Sicherheit wie bei einer staatlichen Rente suggeriert.

- Es wurde nicht darauf hingewiesen, welchen Effekt die Dynamisierung der Beiträge haben kann, und es wurde nicht vorgerechnet was gegen Ende der Laufzeit zu zahlen ist, um abschätzen zu können, ob man sich alle Raten leisten kann.
- Der Vermittler hat bestehende Lebensversicherungen und Bausparverträge herabgewürdigt und es wurden diese auf Veranlassung des Vermittlers gekündigt

Die Beteiligungen der Anleger als stille Gesellschafter an sieben unterschiedlichen Segmenten der Securenta AG haben zur Folge, dass die Securenta AG die Einmal- und Raten-Einlagen in den einzelnen Unternehmenssegmenten segment- und vertragskonform-anlegen muss.
Eine segmentübergreifende Mittelverwendung ist grundsätzlich mit einer ordentlichen Geschäftsführung durch den Vorstand nicht vereinbar, wenn nicht die Zustimmung aller betroffenen Anleger vorliegt oder aber ein werthaltiger Vermögensausgleich zwischen den betroffenen Unternehmenssegmenten erfolgt.
Nach dem zwischen dem Bankhaus Partin und der Securenta AG geschlossenen Verlustübernahmevertrag hat das Segment II für etwaige Verluste der Bank aufzukommen.
Im Newsletter 2/2001 der Securenta AG aus März 2001 ist zu entnehmen, dass die den Anlegern zustehenden gewinnunabhängigen Ausschüttungen zum Zweck der Sanierung des Bankhauses Partin gekürzt worden seien.

Für den Fall der segmentübergreifenden Mittelverwendung ohne Vermögensausgleich könnte ohne Benachrichtigung und Einholung der Zustimmung der Anleger möglicherweise der Straftatbestand des Betruges oder der Untreue begründet sein.

Ob ein Vermögensausgleich zwischen dem Segment und den anderen betroffenen Segmenten stattgefunden hat oder noch stattfinden soll, ist unklar.

Der Insolvenzverwalter hat  aktuell an alle Darlehensnehmer des Bankhauses Partin Rundschreiben verschickt, in denen er diese zur Rückzahlung des bestehenden Sollsaldos und gegebenenfalls zur Umschuldung über ein anderes Kreditinstitut auffordert.
Dieser Aufforderung sollten Anleger, die Beteiligungen an der Göttinger Gruppe über Partin fremdfinanziert haben, nicht nachkommen.

Das OLG Köln hat in seinem Urteil entschieden, dass die Behauptung, die Göttinger Gruppe betreibe ein sog. modifiziertes Schneeballsystem, als Meinungsäußerung vertretbar ist.
Außerdem ist die Bilanz für 1991 irreführend.

Das Urteil ist für die Göttinger Gruppe ein herber Rückschlag.
Das von der Göttinger Gruppe in Auftrag gegebene Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass von den in Höhe von insgesamt 963 Mio. DM geleisteten Einzahlungen Nettoinvestitionen nur in Höhe von 439 Mio. DM erfolgt ist, so dass also mehr als die Hälfte der Einzahlungen nicht für Investitionen verwandt worden sind.
Auch das Privatgutachten mache deutlich, dass die Bezeichnung des Konzepts der Göttinger Gruppe als "modifiziertes Schneeballsystem" vertretbar ist.

Nach alledem ist es dringend erforderlich, dass sich Anleger um einen sofortigen Ausstieg
aus der Göttinger Gruppe bemühen, wenn ihnen an der Rettung ihrer eingesetzten Kapitals gelegen ist.
Für die Gesellschafter der Göttinger Gruppe stellt sich angesichts der bestehenden Liquiditätsprobleme die Frage, ob Sie die gezahlten Einlagen zurück erhalten, jedenfalls aber die Auszahlung eines etwaigen Auseinandersetzungsguthabens erreichen können.
So hat beispielsweise das OLG Braunschweig eine Schadensersatzhaftung der Securenta AG angenommen.

Das OLG Braunschweig führte im Rahmen der Urteilsgründe aus, dass in den Zeichnungsscheinen lediglich darauf hingewiesen werde, dass die Beteiligung als atypisch stiller Gesellschafter keine festverzinsliche Kapitalanlage, sondern eine Unternehmensbeteiligung darstelle und dass bei Beendigung der stillen Gesellschaft zum Ausgleich eines evtl. negativen Auseinandersetzungsguthabens eine Nachschusspflicht bestehen könne.

Diese Hinweise, so das OLG Braunschweig, würden grundsätzlich nicht ausreichen, um einen Interessenten über das tatsächlich bestehende hohe Verlustrisiko ausreichend zu informieren.
Dass bei den Beteiligungen der Securenta AG ein außerordentliches Kündigungsrecht besteht, hat auch das Landgericht Lübeck bestätigt.

Die Securenta AG hatte zum damaligen Zeitpunkt für die Jahre 2000 und 2001 noch keine testierten Jahresabschlüsse vorgelegt.

Dies berechtigte die Gesellschafter zur außerordentlichen Kündigung der Beteiligungen. Dem stillen Gesellschafter wurde zudem ein außerordentliches Kündigungsrecht eingeräumt, sofern die gewinnunabhängigen Entnahmen seitens der Securenta AG eingestellt würden.

Da den stillen Gesellschaftern gesellschaftsvertraglich ein Recht zugebilligt wird, gewinnunabhängige Entnahmen zu tätigen und über diesen Entnahmebetrag in der persönlichen Sphäre frei verfügen zu können, sei die Einstellung der Entnahmen als Vertragsverstoß zu werten.

Überdies sei die Formulierung, auf die Liquidität der Securenta AG sei Rücksicht zu nehmen, als Einschränkung gegenüber dem ausdrücklich bezeichneten Recht auf Entnahme irreführend, weil verharmlosend.

Besitzer von Securenta-Aktien sollen mögliche Schadensersatzansprüche prüfen lassen. So haftet beispielsweise der Anlageberater und -vermittler auf Schadensersatz, sofern er den Anleger nicht auf das mit den vorbörslichen Aktien verbundene Risiko der mangelnden Handelbarkeit hingewiesen hat
Die Göttinger Gruppe trennt sich von dem höchst zweifelhaften Produkt der atypisch stillen Beteiligungen, um die schärfsten Kritiker auszuschalten und vor allem um wieder "erfolgreich" Geld verdienen zu können.

Möglicherweise geht dieser Schachzug aber in die falsche Richtung, da handfeste Konsequenzen für die atypisch stillen Gesellschafter nicht ersichtlich sind und diese weiterhin ihre begründeten Ansprüche verfolgen werden.

Am 14.06.2007 ist unter dem Geschäftszeichen 74 IN 222/07 (Amtsgericht Göttingen) das Insolvenzverfahren eröffnet worden über das Vermögen der Securenta, Göttinger Immobilien- u. Vermögensmanagement AG, Merkelstraße 3, 37085 Göttingen (AG Göttingen - HRB 16787 -). Als Anmeldefrist für die Forderungen der Gläubiger der Gesellschaft ist der 20.09.2007 vermerkt. Bis zu diesem Datum sollten Gläubiger alle Forderungen beim Insolvenzverwalter angemeldet haben. Die Gläubigerversammlungen werden voraussichtlich am Mittwoch, den 26.09.2007, sowie am Mittwoch, den 21.11.2007 stattfinden.

Über das Vermögen der Göttinger Gruppe Vermögens- und Finanzholding GmbH & Co. Kommanditgesellschaft auf Aktien, Pacelliallee 19 - 21, 14195 Berlin, ist durch Beschluss des AG Berlin-Charlottenburg am 20.06.2007 das Insolvenzverfahren in eröffnet worden. Insolvenzforderungen sind beim Insolvenzverwalter schriftlich bis zum 10.09.2007 anzumelden. Die Gläubigerversammlungen werden am 16.08.2007 sowie am 08.11.2007 in Berlin stattfinden.

 

Die Anleger des Göttinger Gruppe / Securenta AG sollten sich daher schnellstmöglich mit der Deutsche Anleger Stiftung in Verbindung setzten.

 

Deutsche Anleger Stiftung
Pettenkoferstr. 40
80336 München

Kontakt@DeutscheAnlegerStiftung.de


Fax:  089 - 59 94 76 45

Tel.: 089 - 59 94 76 44

 

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- sämtliche Vertragsunterlagen

- Schriftverkehr mit der Göttinger Gruppe/ Vermittler etc

- Schilderung des Sachverhaltes mit eigenen Worten

- ggf. Rechtschutzversicherungsunterlagen

- ggf. Korrespondenz mit Anwälten, Staatsanwaltschaft etc.

 

Diese Unterlagen können Sie entweder per Post oder per Mail zur weiteren Bearbeitung/Weiterleitung an die Deutsche Anleger Stiftung senden.

Durch die Einreichung der Unterlagen entstehen Ihnen mit Ausnahme der Versandkosten keine zusätzliche Kosten. Die Deutsche Anleger Stiftung wird die Unterlagen kostenlos sichten.

Die Deutsche Anleger Stiftung wird  dem einzelnen Anleger unverinbdlich und kostenfrei die dingend erforderlichen Schritte aufzeigen und den Anlegern zur Seite stehen.