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Bankhaus Reithinger

Anlegern droht der Verlust ihrer Einlage

Staatsanwalt ermittelt gegen Klaus Thannhuber

Am 2. August 2006 schloss die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die Singener Privatbank Reithinger GmbH & Co. KG.

Nun wurde am 14.09.2006 beim Amtsgericht Konstanz die Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Bankhauses Reithinger beantragt.

Außerdem hat die BaFin für die Privatbank Reithinger den Entschädigungsfall festgestellt. Das ist Grundvoraussetzung für eine Entschädigung von Anlegern durch die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken. 

Zugleich verhängte die BaFin ein Veräußerungs- und Zahlungsverbot für das Bankhaus.

Das heißt, dass das Bankhaus weder Zahlungen vornehmen noch Aufträge ausführen kann.

Die BaFin begründete die Schließung mit der bestehenden Gefahr, dass das 1957 gegründete Kreditinstitut mit Niederlassungen in Wiesbaden und München seinen Verpflichtungen gegenüber den Gläubigern möglicherweise nicht nachkommen könne. Weiterhin sei die Privatbank Reithinger mit ca. vierzig Mitarbeitern "...Teil eines unübersichtlichen Unternehmensgeflechts. Es habe ein Mangel an wirtschaftlicher Transparenz geherrscht, was die Aufsicht über das Institut beeinträchtigt habe."

Die Privatbank Reithinger war 2003 mit der Wiesbadener C & H Credit & Handelsbank verschmolzen.

Sie stand bereits seit längerem im Visier der Aufsichtsbehörde.

Ihr Eigentümer Klaus Thannhuber musste seine Anteile und Stimmrechte auf einen unabhängigen Treuhänder übertragen.

Der 61-Jährige ist seit längerem in der Immobilien- und Finanzbranche aktiv und vor allem als Betreiber der Münchner Schrannenhalle bekannt.

1990 gründete Thannhuber die Deutsche Beamtenvorsorge Immobilienholding AG (DBVI), die über Vertreter Anteile an Fonds und Aktien an der DBVI verkaufte.

Die Firma gewann so ca. 35.000 Aktionäre und weitere 13.000 Geldgeber, die sich ihre Beteiligungen zum Teil über Kredite des Bankhauses Reithinger finanzierten.

Seit 2001 macht das Unternehmen stetig Verlust.

Der Verkauf eines Kreditportfolios durch die Aachen-Münchener-Gruppe an die Investmentbank Lehman Brothers führte 2005 zu einer Neubewertung der DBVI-Immobilien. Das ernüchternde Ergebnis: Der Verlust des Unternehmens lag bei 26 Millionen Euro.

Die Staatsanwaltschaft Bielefeld ermittelt derzeit gegen Klaus Thannhuber wegen Beihilfe zur Untreue und Steuerhinterziehung (Az: 6 JS 470/05).

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft haben Finanzvermittler Anteile an der Wohnungsbaugesellschaft Euranova verkauft.

In den Werbeprospekten der Euranova wurde eine Rendite von 12 Prozent versprochen.

Für einen maximalen Staatszuschuss war es aber notwendig, dass die Anleger im ersten Jahr ca. 12 Prozent der Beteiligungssumme einzahlten.

Für viele der mit „Drückermethoden“ geworbenen Kunden war es finanziell gar nicht möglich diese gesetzlich vorgeschriebene Mindestsumme zu bezahlen. Auf ihren Konten seien die notwendigen Beträge dann aber doch erschienen, nachdem sie anonym eingezahlt worden sein sollen.

Die fingierten Auszüge wurden dem Finanzamt geschickt, um so die Eigenheimzulage zu erhalten.

Die wundersam gezahlte Mindesteinlage ist auf die gleiche Art und Weise wieder von den Konten der Kunden verschwunden und die vom Finanzamt gezahlte Zulage hatte sich die Euranova bereits bei Vertragsabschluss von den Anlegern abtreten lassen.

Dies alles geschah nach Angaben der Staatsanwaltschaft mit dem Wissen von Klaus Thannhuber, der dafür Gebühren und Provisionen im fünfstelligen Bereich erhalten haben soll.

Für das Bankhaus Reithinger zeichnete sich eine entsprechende Entwicklung bereits seit längerem ab.

Auf der nun zwingend notwendig gewordenen außerordentlichen Hauptversammlung vom 28.07.2006 hatte der Vorstand Alexander Seebacher diese Verluste der AG zu erläutern.

Die Einleger und Sparer müssen nun zunächst ihre (Schadensersatz-) Forderungen im Insolvenzverfahren zur Tabelle anmelden.

Hier sollte anwaltliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Im Übrigen tritt eine Einlagensicherung nur in geringer Höhe in Kraft, da die Privatbank 2002 aus dem freiwilligen Einlagensicherungsfonds ausgeschlossen wurde.

Bankkunden erhalten bei gesetzlicher Einlagensicherung durch die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken zwar grundsätzlich 90 Prozent ihrer Einlagen zurück, der Deckungsrahmen beläuft sich für jeden Kunden aber auf maximal € 20.000.

Der Selbstbehalt von zehn Prozent geht auf jeden Fall zu Lasten des Kunden, selbst wenn er mit seiner Spareinlage unter der Entschädigungsgrenze bleibt.

Die Anleger sollten sich daher anwaltlich beraten lassen.

Gegebenenfalls kommt auch eine Geltendmachung von weiteren Schadensersatzansprüchen in Betracht.

Anleger der Privatbank Reithinger GmbH & Co. KG sollten sich mit der Deutschen Anlegerstiftung in Verbindung setzen.

 

Deutsche Anleger Stiftung

Pettenkoferstr. 40
80336 München

 

Stichwort: Privatbank Reithinger GmbH & Co. KG

 

Kontakt@DeutscheAnlegerStiftung.de

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Tel.: 089 - 59 94 76 44