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Kaupthing Edge Bank

Die isländische Finanzdienstleistungsaufsicht hat am 09.10.2008 wegen der schwierigen Finanzlage die Zwangsverwaltung der Kaupthing-Bank angeordnet. Am gleichen Tag hat auch die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ein Veräußerungs- und Zahlungsverbot über die Kaupthing Bank, Niederlassung Deutschland, erlassen, da die Liquidität des Kreditinstituts nicht mehr gesichert ist. Der Geschäftsbetrieb der deutschen Zweigstelle der isländischen Kaupthing Bank wurde eingestellt. Den Kunden wird der Zugriff auf ihr Geld verweigert. Die Konten der deutschen Sparer sind gesperrt. Sofern noch Gelder vorhanden sind, so sind diese eingefroren. Experten gehen von über 30.000 in Deutschland betroffenen Anlegern mit einer Einlagensumme in einer Gesamthöhe von über 300 Millionen Euro aus. Sollte die Zahlungsunfähigkeit der Kaupthing Bank festgestellt werden, können die betroffenen Bankkunden ihre Entschädigungsansprüche gegenüber dem isländischen Einlagensicherungsfonds anmelden. Dieses gilt allerdings nur für die Entschädigungsbeträge, nicht für Summen darüber hinaus. Hier können Ansprüche gegen den Vorstand der Kaupthing-Bank wegen mangelhafter Aufklärung über die Insolvenzreife des Institutes zur Überprüfung durch das Gericht gestellt werden. Die deutsche Finanzaufsicht Bafin war ursprünglich davon ausgegegangen, dass Einlagen in Höhe von mindestens € 20.877,00 im Rahmen des "Deposite Guarantee Scheme" der Europäischen Union abgesichert sind. In Island wollte man zuerst nur einheimische Sparguthaben abgesichert wissen. Mittlerweile deutet sich allerdings ein Einlenken der isländischen Regierung an. In irreführender Weise hatte die Kaupthing Edge Bank gegenüber den Anlegern im Internet Sicherungen nach EU-Recht aller Art vorgespiegelt, die jetzt nicht mehr gelten sollen, da der isländische Staat jetzt angeblich nicht leisten kann oder will. Überdies nahm die Kaupthing Bank Einlagen in der Situation der Insolvenzreife an, ohne hierüber aufzuklären.