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2005 - Oberlandesgericht Hamburg: Bank muss Anleger Prospekt rechtzeitig vorlegen...

Die Informationsverantwortung der Bank als Anlagevermittlerin gebietet es ihr, dem Kunden einen ggf. existierenden Beteiligungsprospekt unaufgefordert so rechtzeitig zur Verfügung zu stellen, dass er vom Inhalt des Prospekts noch vor Zeichnung der Anlage Kenntnis nehmen kann.
Die vorgedruckte Klausel auf dem KG-Zeichnungsschein "in Kenntnis des Inhalts des mir überreichten Beteiligungsprospekts“ vermag, wenn überhaupt, Bindungswirkung nur im Verhältnis des Kunden zur KG und zu den Mitgesellschaftern, nicht aber im Verhältnis zur anlagevermittelnden Bank zu entfalten.
Bei pflichtwidriger Vorenthaltung des Anlageprospekts ist der Kunde im Zweifel so zu stellen, als hätte er die Anlage nicht getätigt.
Darauf, ob sich das Risiko, über das der Prospekt aufgeklärt hätte, später auch tatsächlich in Form eines Vermögensschadens (Verlust der Anlage) verwirklicht hat, kommt es nicht an.
Deshalb kommt auch ein Vorteilsausgleich bezüglich Steuervorteilen, die der Kunde aufgrund erlittener Verluste erzielt hat, nicht in Betracht.
 
Diese Entscheidung im Volltext erhalten Sie bei der Deutschen Anleger Stiftung unter
 
Deutsche Anleger Stiftung,
Dachauer Straße 55, 82256 Fürstenfeldbruck
oder
Kontakt@DeutscheAnlegerStiftung.de
 
Bitte geben Sie hier die Nummer Rspr.09/05 an.