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2006 - Landgericht München I: Falk-Zinsfondsanleger erzielt Urteil gegen Anlageberater wegen nicht anlegergerechter Beratung

Das Landgericht München I hat einem Gesellschafter des Falk Zinsfonds Gesellschaft bürgerlichen Rechts  Ansprüche wegen fehlerhafter Anlageberatung zugesprochen. 

Der Kläger beteiligte sich an dem geschlossenen Immobilienfonds „ Falk Zinsfonds Gesellschaft bürgerlichen Rechts“  der Falk-Gruppe in München. Dieser Fonds diente dazu, die Zwischenfinanzierung anderer geschlossener Immobilienfonds zur realisieren, da dies über Banken nicht mehr möglich war. Rund 58 Millionen Euro wurde von über 2000 Kapitalanlegern eingesammelt und bis auf rund 9 Millionen Euro an verschiedene Fonds in Form von unbesicherten Darlehen vergeben.  Der Fondsprospekt von März 2003 klärte über die wesentlichen Risiken auf: 

-Die Darlehen des Fonds an andere Gesellschaften sollten nicht durch werthaltige  Grundschulden besichert werden (Seite 5 des Prospektes)

- Die Garantiegeber des Fonds die Falk Marketing und Falk Capital KG sind ihrerseits vom Erfolg  des Vertriebs neuer Fonds abhängig (Seite 18 des Prospektes)

- Die Gesellschafter haben nach Ablauf der Mindestlaufzeit von 15 Monaten keinen  Anspruch  auf Rückerhalt der vollen Einlage sondern nur gemäß §12 des Gesellschaftsvertrages einen auf  Erstattung der Abfindung in Höhe ihres Kapitalanteils zum Stichtag ihres Ausscheidens (Seite 25 des Prospektes)    

-  die 8 % Verzinsung war nur geplant und nicht garantiert (Titelseite)       

 

Der Kläger begehrte Rückzahlung seiner geleisteten Einlage, da er von der Vertriebsbeauftragten des Beklagten falsch und unvollständig beraten worden ist. Die Beweisaufnahme ergab, dass der Kläger damit geworben wurde, dass das Geld im Fonds so sicher sei wie Festgeld aber eben mit sicheren 8 % Zinsen. Nicht aufgeklärt wurde darüber, dass er keinen Anspruch auf die Rückzahlung seiner Einlage hat, gleichwohl er bei der Beratung hinwies, das gesamte Kapital kurzfristig wieder für andere Zwecke zu benötigen.  Ebenso wurde nicht erwähnt, dass die Darlehen des Zinsfonds nicht besichert werden sollen. Es wurde mit dem guten Namen von „Falk“ und den vielen Immobilien geworben. Der Prospekt wurde vor Unterzeichnung nicht übergeben.  Nach der Entscheidung des Landgerichtes München I haftet der Beklagte dem Kläger auf Schadensersatz in voller Höhe der geleisteten Einlage, weil die Beratung seiner Vertriebsbeauftragten nicht anlegergerecht war. Sie war schlichtweg falsch und unvollständig, der Beklagte muß sich diese Falschberatung zurechnen lassen.

 

Diese Entscheidung im Volltext erhalten Sie bei der Deutschen Anleger Stiftung unter

 

Deutsche Anleger Stiftung,

Dachauer Straße 55, 82256 Fürstenfeldbruck

oder

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Bitte geben Sie hier die Nummer Rspr.18/06 an.