Kontakt  |  Impressum


 

2006 - Bundesgerichtshof: Schadensersatz wegen unvollständiger Prospektangaben

Unvollständige Angaben zu Werbungskosten

Keine Anrechnung von Steuervorteilen

 

Erneut gehen von einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs positive Signale für Anleger aus.

In einem kürzlich veröffentlichten Urteil wurde einem Anleger bei einem geschlossenen Immobilienfonds in Rechtsform einer Kommanditgesellschaft (KG) voller Schadensersatz zugesprochen, weil im Fondsprospekt des beklagten Initiators unter der Überschrift Investitions- und Finanzierungsplan der Anteil der Werbungskosten am Gesamtaufwand zu niedrig angegeben wurde

Zudem fehlte es an einem Hinweis darauf, dass es für geplante Stellplätze noch des Erwerbs eines Grundstücks bedurfte.

Nach Auffassung des BGH ist der Beklagte als Initiator, Gründungsgesellschafter und geschäftsführender Kommanditist Prospektverantwortlicher und somit dem Kläger zum Schadensersatz verpflichtet.

Besonders bedeutsam ist die Entscheidung auch deswegen, weil der Anleger sich keine Steuervorteile bei seinem Schadensersatzanspruch anrechnen lassen muss. 

Es konnte nachgewiesen werden, dass der Kläger in Kenntnis der Prospektfehler eine andere Beteiligung mit denselben Steuervorteilen gezeichnet hätte.

Allerdings kommt es dabei auf die Prüfung im Einzelfall nach dem konkreten Parteivorbringen an, ob der Geschädigte tatsächlich eine andere steuerbegünstigte Anlage getätigt hätte.

Dies kann nicht generell unterstellt werden, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalls ab.

 

Zur Bestellung dieses Urteils geben Sie bitte die Nummer Rspr.19/06 an.

Anleger, die ähnliche Sachverhalte erlebt haben, sollten sich fachkundig beraten lassen.


Deutsche Anleger Stiftung
Dachauer Straße 55, 82256 Fürstenfeldbruck

 

Kontakt@DeutscheAnlegerStiftung.de

Tel: 089/12014364