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2008 - LG Leipzig: Haftung des Wirtschaftsprüfers der WBG Leipzig-West AG

Das Landgericht Leipzig hat entschieden, dass in bestimmten Fällen Wirtschaftsprüfer der insolventen Wohnungsbaugesellschaft Leipzig-West AG den Anlegern auf Schadensersatz haften. Die Wohnungsbaugesellschaft Leipzig-West AG musste am 19.06.2006 beim Amtsgericht Leipzig Insolvenzantrag stellen. Das Amtsgericht Leipzig hat mit Beschluss vom 20.06.2006 den Rechtsanwalt Dr. Lucas Flöther zum vorläufigen Insolvenzverwalter über das Vermögen der Wohnungsbaugesellschaft Leipzig West AG bestellt. Das Insolvenzgericht hat mit Beschluss vom 01.09.2006 über das Vermögen der WBG Leipzig-West AG ein Insolvenzverfahren eröffnet. Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat bereits Anklage gegen Verantwortliche des Fonds erhoben. Aus den Ermittlungen von staatsanwaltschaft und Insolvenzverwalter ergibt sich nach Angabe von Fachleuten, dass die Gesellschaft bereits seit längerer Zeit nicht mehr in der Lage war, ohne Einwerbung neuen Kapitals die Forderungen der Gesellschafter sachgerecht zu bedienen. Das lag insbesondere an den zahlreichen Entnahmen verschiedener Beteiligter aus dem Vermögen der Gesellschaft. Sowohl die Staatsanwaltschaft, als auch der Insolvenzverwalter erheben schwere Vorwürfe gegen einige der beteiligten Wirtschaftsprüfer. Diese hatten uneingeschränkte Bestätigungsvermerke bei der Wirtschaftsprüfung der testierten Bilanzen abgegeben. Nach Darlegung der Staatsanwaltschaft war diese Angabe in bestimmten Fällen grob unrichtig. Bei ordnungsgemäßer Würdigung des Falls hätten die Wirtschaftsprüfer diesen Bestätigungsvermerk so nicht abgegeben dürfen.