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Madoff-Skandal zieht immer weitere Kreise

Betroffene Anleger bereiten sich auch in Deutschland und Europa auf Maßnahmen gegen die Verantwortlichen vor.

Bernhard L. Madoff ist Gründer der Bernard L. Madoff Investment Securities LLC. Wegen Verdachts auf massiven Betrug war Madoff, der maßgeblich am Aufbau der Technologiebörse Nasdaq beteiligt war, vor kurzem in den USA festgenommen worden. Er soll Kunden, die ihr Geld bei seinem Unternehmen anlegten, hohe Renditen versprochen haben. Diese hatte er zwar bezahlt, doch in einem Schneeballsystem wurden die Gewinne mit Geldern neu eingeworbener Anleger finanziert. Schließlich brach das System zusammen. US-Ermittler befürchten einen Schaden von bis zu 50 Milliarden Dollar. Es wäre der mit Abstand größte Betrugsfall der US-Geschichte. Der Fall überraschte alle Beteiligten. Madoff war ein Mann mit einwandfreiem Ruf. Darum vertrauten ihm sowohl Kleinanleger wie bekannte Persönlichkeiten und institutionelle Anleger insgesamt mehrere Milliarden an. Sie fürchten nun um ihre Einlagen. Die US-Behörden haben zwischenzeitlich die Auflösung von Madoffs Unternehmen angeordnet. Betroffene fragen sich nun, warum das Betrugsmodell nicht längst erkannt worden war. 1992 ermittelte erstmals die US-Börsenaufsicht SEC. 2005 und 2007 nahm sie sich Madoff erneut vor, sprach aber schließlich nur eine Rüge wegen technischer Verstöße aus. Dennoch gab es immer wieder Warnungen. Schließlich hat Madoff mehr als 17 Jahre in Folge eine jährliche Rendite von 10,5 Prozent erzielt. Hiervon träumen andere Anlagemodelle nur. Der Chef der US-Börsenaufsicht SEC hat nunmehr Fehler seiner Behörde eingeräumt. Gleichzeitig kritisierte SEC-Chef Christopher Cox seine Mitarbeiter, da diese trotz glaubhafter Anschuldigungen Hinweisen über ein Fehlverhalten des früheren Nasdaq-Verwaltungsratschefs nicht gründlich nachgegangen seien. Der Vorgang soll nun intern untersucht werden. Cox kündigte an, alle bisher für Madoffs Unternehmen zuständigen Mitarbeiter von der laufenden Untersuchung abzuziehen. Zudem sollen alle Kontakte von SEC-Mitarbeitern zu Madoff und seiner Familie geprüft werden. In diesem Zusammenhang wurde bekannt, dass Madoffs Nichte 2007 einen früheren ranghohen SEC-Beamten geheiratet hat. Der betreffende Beamte sei 1999 und 2004 an den Überprüfungen von Geschäften des Madoff-Konzerns beteiligt gewesen und hatte die SEC im Jahr 2006 verlassen. Im selben Jahr soll seine Beziehung zu Bernard Madoffs Nichte Shana Madoff begonnen haben, die in dem Wall-Street-Unternehmen als Compliance-Juristin arbeitete. Sie war damit dafür zuständig, dass Gesetze und Vorschriften eingehalten wurden. Bereits 1999 hatte der Bostoner Börsenaufseher Harry Markopolos die SEC darauf aufmerksam gemacht, dass bei Madoffs Gewinnen etwas nicht legal sein könne. Auch spätere Warnungen führten jedoch nicht zur Einleitung einer formellen Untersuchung. Vielmehr hat sich die Aufsichtsbehörde bei Nachfragen auf freiwillig vorgelegte Zahlen Madoffs verlassen. Betroffene Anleger führen bereits erste Prozesse gegen die Investorengruppe. Sie werfen Madoff und anderen Beteiligten den Betrieb eines Schneeballsystems vor, mit dem Investoren um Milliarden betrogen worden sein sollen. Madoff, der auf Kaution in Höhe von 10 Millionen Dollar freigelassen wurde, hat bereits wesentliche Vorwürfe bestätigt. Die Anzahl der geschädigten Anleger durch den Madoff Skandal steigt stündlich und zieht immer weitere Kreise. Fachleute raten allen Madoff-Geschädigten, keine Zeit zu verlieren und sich dringend zu melden, um ihre Ansprüche geltend zu machen. Zunächst wurde vermutet, dass ein Grossteil der Anlegergelder im Madoff-Skandal von US-Anlegern kam. Jedoch zeigen aktuelle Erkenntnisse, dass von dem Skandal auch Anleger aus England, Spanien, Schweiz, Deutschland und Österreich betroffen sind. In den USA sind bereits die ersten Klagen von US-Anlegern gegen Madoff und mittelbar beteiligte Firmen eingereicht worden. Zahlreiche Investoren haben sich bereits gemeldet, um ihre rechtlichen Ansprüche mittels einer Klage in den USA oder gegen Berater prüfen zu lassen. Unsere Partner in den USA können Anleger an US-Kanzleien verweisen, um den deutschsprachigen Anlegern bei der Durchsetzung ihrer Ansprüche vor US-Gerichten zur Seite zu stehen. Zudem können wir Fachleute vermitteln, die etwaige Ansprüche im Herkunftsland prüfen. Die Liste der Betrugsopfer wird derweil immer länger. Das größte japanische Börseninstitut Nomura Holdings soll 227 Millionen Euro angelegt haben, die spanische Bank Santander soll nach eigenen Angaben mit einem Investmentfonds im Umfang von 2,33 Milliarden Euro und die britische HSBC mit rund 750 Millionen Euro betroffen sein. Ebenso hat die Royal Bank of Scotland mögliche Verluste von bis zu 448 Millionen Euro. Die Schweizer Bank Reichmuth & Co gab ebenfalls ein Risiko von 350 Millionen Euro an und BNP Paribas ist nach eigenen Angaben mit bis zu 350 Millionen Euro betroffen. Neben den Banken haben auch führende Industrielle und Kooperationen, die Madoff teilweise wie ein hochverzinsliches Bankkonto verwendeten, Stiftungen, Universitäten und vor allem viele bekannte Fonds und zahlreiche Privatanleger unmittelbar bei Madoff oder mittelbar über Drittfirmen erhebliche Geldbeträge angelegt. Dabei sind auch in Deutschland vertriebene Fonds und Zertifikate betroffen.

Für private und institutionelle Anleger weltweit gilt es nunmehr, ihr Anlagenportfolio auf Anlagen zu untersuchen, die in Verbindung mit Madoff Investment Securities stehen. US-amerikanische Kanzleien haben bereits die internationale Bedeutung dieses Betrugsfalls hervorgehoben. Betroffene Anleger sollten sich daher mit der Deutschen Anlegerstiftung in Verbindung setzen. Wir vermitteln Sie an kompetente Partner in den USA.


Christiana Franke
Vorstandsvorsitzende der Deutschen Anlegerstiftung

Deutsche Anleger Stiftung
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