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Gerichte: Schadensersatz für Anleger in Zertifikate von Lehman-Brothers

Banken haben vereinzelt Vergleichsbereitschaft angedeutet

Viele Kapitalanleger in Deutschland haben – bewusst oder unbewusst – Anlagen gezeichnet, die wirtschaftlich mit der insolventen US-Investmentbank Lehman Brothers verbunden sind. Verschiedene Gerichte hatten zuletzt über die Haftung von Beratern zu entscheiden, die derartige Beteiligungen verkauft haben. Die Frankfurter Sparkasse ist in einem aktuellen Fall zu Schadensersatz in voller Höhe verurteilt worden, weil der dortige Anleger dem handelnden Bankmitarbeiter mitgeteilt hatte, er wünsche nur eine kurzfristige und risikolose Anlage. In Kenntnis dieses Anlageziels empfahl der für die Sparkasse Frankfurt 1822 direkt handelnde Berater die Investition in Lehman Brothers Zertifikate. Der Kläger hätte nach seiner Darstellung die Papiere nicht erworben, wenn er von der mehrjährigen Laufzeit gewusst hätte. Die Frankfurter Sparkasse hatte bereits in einer kleinen Anzahl von Fällen eingeräumt, nicht ausreichend beraten zu haben und Entschädigung angedeutet. Die Citibank hat ebenso einem Teil der Kunden, denen von der Bank Zertifikate von Lehman Brothers vermittelt wurden, Vergleichsangebote unterbreitet. Dazu muss sich der Kunde bis spätestens Ende 2009 bei der Bank beschwert haben. Grundsätzlich erfordert die objektgerechte Beratung eine Aufklärung des Kunden über die allgemeinen Risiken (Konjunkturlage, Entwicklung des Kapitalmarkts) sowie die speziellen Risiken, die sich aus den besonderen Umständen des Anlageobjekts ergeben. Daher sollten betroffene Anleger nachhaltig prüfen lassen, ob ein Vergleich wirklich sinnvoll ist. Anleger, die kein Vergleichsangebot bekommen haben, sollten ihre rechtlichen Möglichkeiten prüfen lassen. Die Bank wird von sich aus nicht aktiv auf die einzelnen Anleger zugehen. Hier ist Eigeninitiative gefragt. Das Landgericht Hamburg verurteilte zuletzt in verschiedenen Verfahren die beklagte Bank zur Zahlung von Schadensersatz Zug um Zug gegen Übertragung der Lehman Brothers Zertifikate. Weiterhin trägt die Bank die vorgerichtlichen Kosten und sämtliche Prozesskosten. Nach Ansicht des Gerichts sei die Bank verpflichtet gewesen, die Anlegerin bei der Beratung über ihre nicht unerhebliche Handelsspanne zu informieren. Diese Pflicht habe die Bank verletzt. Deshalb habe die Klägerin nicht beurteilen können, ob die Bank sie allein kundenorientiert oder auch im eigenen Umsatzinteresse beraten habe. Die Klägerin wollte sich von ihrer Bank über Anlagemöglichkeiten für ihr Geld beraten lassen. Ursprünglich wollte sie dieses befristet als Festgeld anlegen. Die Beklagte riet der Klägerin hingegen zur Investition in das Zertifikat „Bull Express Garant Anleihe“. 2007 hatte die Sparkasse von Lehman Brothers ausgegebene Zertifikate zu einem gegenüber dem Nennbetrag reduzierten Ausgabepreis erworben, um sie dann zum Nennbetrag an Kunden weiterzuverkaufen. Über die Handelspanne, die sie im Falle einer Investition in diese Zertifikate realisieren würde, informierte die Bank die Klägerin in dem Beratungsgespräch nicht. Nach Auffassung der Richter sei die Bank aber sowohl über die Existenz als auch über die Höhe der Handelsspanne aufklärungspflichtig. Der Beratungsvertrag zwischen einem Bankkunden und einer Bank habe eine an den Interessen des Kunden ausgerichtete Beratung zum Gegenstand. Die Beratungspflicht beinhalte nicht allein die anleger- und objektgerechte Aufklärung über die Eigenschaften bestimmter Anlagemöglichkeiten. Die Bank sei auch verpflichtet, von sich aus auf Tatsachen hinzuweisen, die für sie Interessenkonflikte zwischen kundenorientierter Beratung und Absatzorientierung begründen könnten. Denn die Bank müsse berücksichtigen, dass der Kunde sich im Vertrauen auf eine an seinen Interessen orientierte Beratung an sie wende. Mit dieser rechtlich logischen Entscheidung wird die „Kick-Back-Rechtsprechung“ des Bundesgerichtshofs sinngemäß angewandt. Der BGH hat zuletzt mehrfach entschieden, dass eine Bank im Rahmen der Beratung darauf hinweisen muss, ob und in welcher Höhe der Beratende eine Rückvergütung oder Provision erhält. Bereits einige Tage zuvor hat das Hamburger Landgericht einem geschädigten Lehman-Anleger Schadenersatz in voller Höhe zugesprochen. Der Anleger hatte Ende 2006 entsprechende Anleihen von der Bank erworben, die seit der Pleite von Lehman Brothers im September 2008 praktisch wertlos sind. Das Kreditinstitut hat nach Auffassung des LG Hamburg seine Pflicht zur anlagegerechten Beratung aus dem mit dem Kläger geschlossenen Beratungsvertrag schuldhaft verletzt. Ebenso hat das Landgericht Potsdam eine andere Bank wegen der Vermittlung von Lehman Brothers-Zertifikaten zu Schadensersatz verpflichtet.

Betroffene Anleger sollten sich daher in jedem Fall bei der Deutschen Anlegerstiftung melden. Wir vermitteln fachkundige Beratung.

Christiana Franke
Vorstandsvorsitzende der Deutschen Anlegerstiftung

Deutsche Anleger Stiftung
Pettenkoferstraße 40

80336 München

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