Kontakt  |  Impressum


 

2009 - LG Hamburg: Dresdner Bank zu Schadensersatz wegen Lehman Zertifikaten verurteilt

Die Dresdner Bank wurde zu vollständigem Schadensersatz verurteilt wegen der Vermittlung von "Lehman Global Champion-Zertifikaten". Nach Ansicht der Richter reichte es gemäß der BGH-Rechtsprechung für den vollen Schadensersatz aus, dass der Berater zum einen nicht die Provisionen offengelegt hat, obwohl die Dresdner Bank 3,5 % Vertriebsprovision für das "Global-Champion"- Zertifikat zugegeben hat.  Der Richter bezeichnete diese Form der Zuwendung als härteste Form der Rückvergütung, da noch nicht einmal ein Ausgabeaufschlag ausgewiesen wurde, aus dem der Anleger auf eine Rückvergütung hätte schliessen können.
Zum anderen hat der Berater nicht über die fehlende Einlagensicherung des Zertifikats aufgeklärt, obwohl das angelegte Geld aus einem Fonds stammte, der als Sondervermögen insolvenzfest war. Diese Beratungspflichtverletzungen sind gemäß BGH-Rechtsprechung auch für den vollen Schaden ursächlich gewesen, da die Dresdner Bank den umständlichen Beweis nicht erbringen konnte, dass sich der Anleger bei korrekter Aufklärung trotzdem für das Zertifikat entschieden hätte. Die Dresdner Bank trägt diese Beweislast, da sie diese Situation durch ihre Pflichtverletzung selbst schuldhaft herbeigeführt hat.

Christiana Franke
Vorstandsvorsitzende der Deutschen Anlegerstiftung