Kontakt  |  Impressum


 

2009 - LG Hamburg: Sparkasse haftet wegen Vermittlung von Lehman Brothers Zertifikaten

Das Landgericht Hamburg hat in mehreren Verfahren die Hamburger Sparkasse zum Schadensersatz in voller Höhe verurteilt. Nach Ansicht der Richter reichte es gemäß der BGH-Rechtsprechung für den vollen Schadensersatz aus, dass der Berater zum einen nicht die Provisionen offengelegt hat. Der Anleger hatte Ende 2006 entsprechende Anleihen von der Bank erworben, die seit der Pleite von Lehman Brothers im September 2008 praktisch wertlos sind. Das Kreditinstitut hat nach Auffassung des LG Hamburg seine Pflicht zur anlagegerechten Beratung aus dem mit dem Kläger geschlossenen Beratungsvertrag schuldhaft verletzt. Die Pflichtverletzung habe allerdings nicht in der fehlenden Aufklärung über das Insolvenzrisiko von Lehman Brothers bestanden, das zum Zeitpunkt des Beratungsgesprächs im Dezember 2006 nicht erkennbar gewesen sei. Die Bank hat den Kläger vielmehr nicht darauf hingewiesen, dass die von ihm gekauften Anleihen nicht der deutschen Einlagensicherung unterliegen. Zudem hat sie ihm in dem Beratungsgespräch verschwiegen, selbst ein wirtschaftliches Eigeninteresse an dem Geschäft zu haben, da die Bank damals eine größere Anzahl von Zertifikaten von Lehman Brothers gekauft hatte, um sie gewinnbringend an Kunden weiter zu veräußern. Die Bank hat den Kläger somit nicht über die fehlende Einlagensicherung und die Höhe der Gewinnmarge sowie ihr eigenes wirtschaftliches Risiko beim Absatz des Zertifikats aufgeklärt.

 

Christiana Franke
Vorstandsvorsitzende der Deutschen Anlegerstiftung