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Handlungsempfehlungen im Insolvenzverfahren der Contor Treuhangesellschaft mbH

Geschädigte Cinerenta-Anleger sollten ihre Chancen wahren

Die Medienfonds der Cinerenta-Gruppe sind bereits seit längerer Zeit Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen. Nun hat das Landgericht München zwei ehemalige Geschäftsführer der Cinerenta-Medienfonds wegen Steuerhinterziehung zu zwei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, die auf Bewährung ausgesetzt worden ist. Zusätzlich wurden Geldstrafen verhängt. Im Laufe des Prozesses hatten die beiden Angeklagten zugegeben, falsche Steuererklärungen im Zeitraum von 1999 bis 2002 abgegeben zu haben und auf diese Weise Steuervorteile in zweistelliger Millionenhöhe erwirkt zu haben. Das gelang ihnen mit der Rückdatierung von Produktionsverträgen und erstellten Scheinrechnungen. Mit ihren fünf Cinerenta-Fonds hatten die beiden Angeklagten rund 450 Mio. Euro bei Anlegern eingeworben. Den Anlegern wurden die Beteiligungen als attraktive Anlagemodelle mit hoher Verlustzuweisungen dargestellt. Diese wirden mittlerweile durch die Finanzbehörden weitgehend aberkannt, da die Abschreibungsmöglichkeiten inzwischen wesentlich restriktiver behandelt werden. Damit drohen vielen Anlegern nunmehr hohe Steuernachforderungen statt der erhofften Erstattungen. Anleger der Cinerenta Gesellschaft für Internationale Filmproduktion mbH & Co. Zweite Medienbeteiligungs KG und Cinerenta Gesellschaft für Internationale Filmproduktion mbH & Co. Dritte Medienbeteiligungs KG können nach neuer Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs allerdings noch in diesem Jahr Schadensersatzansprüche gegen den Treuhänder geltend machen. Nach Ansicht des höchsten deutschen Zivilgerichts muss ein Treuhänder Anleger darüber aufklären, wenn die in einem Verkaufsprospekt aufgelisteten Fondsnebenkosten zweckwidrig als Vermittlungsprovisionen verwendet werden. In den Emissionsprospekten der beiden Medienfonds wurden die Vermittlungsprovisionen mit lediglich sieben Prozent angegeben zuzüglich eines Agio von fünf Prozent. Nach umfangreichen Recherchen stellte sich jedoch heraus, dass die Vertriebsfirma Investor Treuhand GmbH 20 Prozent erhielt. Viele Anleger der betroffenen Cinerenta-Fonds klagen aktuell auf Schadensersatz gegen den Wirtschaftsprüfer. Schließlich war die erhöhte Vermittlungsprovision erst 2006 durch Anwälte festgestellt worden. Mit diesem Wirtschaftsprüfer haben die Anleger einen Treuhandvertrag abgeschlossen, wonach dieser für die Anleger die zur Durchführung des wirksamen Erwerbs der Kommanditbeteiligung erforderlichen Maßnahmen vorzunehmen, deren Gesellschaftsrechte und -pflichten auszuüben sowie die Mittelverwendungskontrolle durchzuführen hatte. Als Treuhandkommanditist entschied der Wirtschaftsprüfer über die Freigabe der geleisteten Einlagen. Insoweit hätten die Anleger darauf hingewiesen werden müssen, dass der Prospekt missverständlich formuliert ist. Damit sind auch die Angaben über das Anlagerisiko und die Prognoseberechnung falsch. Ein deutlicher Prospektfehler liegt darin, dass die Anleger nicht über die hohe Vertriebsprovision aufgeklärt worden sind. Den Anlegern droht bei der Anlage nicht nur ein Teilverlust ihrer Einlagen, sondern ein wirtschaftlicher Totalschaden, wenn ihnen ihre Steuervorteile aberkannt werden. Nachdem die ersten Verfahren gegen die Gesellschaft gewonnen wurden, hat die Haftpflichtversicherung der Contor die Deckungszusage zurückgenommen. Ein bemerkenswert kühl kalkulierter Schritt.  In Folge dieser Entscheidung musste die Contor Treuhand GmbH Insolvenz beantragen. In dem vorläufigen Insolvenzverfahren ist am 05.08.2010  die vorläufige starke Verwaltung bei der Contor Treuhandgesellschaft mbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vom Amtsgericht München eingerichtet worden. Die starke Verwaltung unterbricht alle Gerichtsverfahren nach § 240 ZPO.

AM 10.12.2010 hat das Amtsgericht München das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Contor Treuhandgesellschaft mbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft eröffnet und Axel W. Bierbach von der Münchener Rechtsanwaltskanzlei Müller-Heydenreich Beutler & Kollegen zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Die Anleger der Cinerenta-Fonds II bis IV werden sich dennoch gesondert anwaltlich beraten lassen müssen, da es gilt, Forderungen bei dem Insolvenzverwalter und insbesondere der Haftpflichtversicherung der Contor geltend zu machen. Komplementärin der Cinerenta-Fonds war die Cinerenta GmbH mit Mario Ohoven als Mehrheitsgesellschafter. Über diese Gesellschaft wurde im März 2009 ebenfalls das Insolvenzverfahren eröffnet. Ein Großteil des Kapitals der Anleger wurde über die Vertriebsfirma Investor Treuhand GmbH eingeworben, an der Ohoven ebenfalls mehrheitlich beteiligt war. Die Anleger müssen ihre Forderungen nunmehr am besten mit anwaltlicher Unterstützung zur Tabelle bei dem Insolvenzverwalter anmelden. Im Anschluss daran werden Ansprüche an die Versicherung zu prüfen sein.<//font>

Betroffene Anleger sollten sich bei der Deutschen Anlegerstiftung für weitere Informationen melden. Unsere Anlegerbetreuung wird sich umgehend mit den Betroffenen in Verbindung setzen. Dabei ist es für alle Cinerenta-Anleger wichtig, dass entsprechende Ansprüche im Insolvenzverfahren zeitnah geprüft und gegebenenfalls angemeldet werden. Das gilt auch für Anleger, die noch keine Klage eingereicht haben.

Christiana Franke
Vorstandsvorsitzende der Deutschen Anlegerstiftung

Deutsche Anleger Stiftung
Pettenkoferstraße 40

80336 München

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