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Eine neue Form der Beteiligungsfinanzierung

Am 12.11.2011 stellte die LfA Förderbank Bayern und die Bayerische Beteiligungsgesellschaft (BayBG) ein neues Konzept zur stillen Beteiligung vor. Die Existenzgründungsbeteiligung ist eine besondere Form der Beteiligungsfinanzierung.

 

Die Gesellschafter der BayBG sind u. a. Geschäftsbanken, die LfA, der Sparkassenverband, die DZ Bank sowie diverse Versicherungen, Verbände und Kammern.

Vom neuen Konzept sollen in erster Linie Existenzgründer der gewerblichen Wirtschaft, Unternehmen in der Existenzgründungsphase während der ersten 5 Jahre (bei Aufstockungen bis max. 8 Jahre) sowie Erwerber von bestehenden gewerblichen Unternehmen in allen Branchen angesprochen werden.

Als Zweck des Vorhabens gelten Investitionen (Grundstücke, Gebäude, BGA, Unternehmenskaufpreis), Markteinführungskosten und die Ausstattung des Warenlagers.

Die Art der Beteiligung ist eine typisch stille Beteiligung mit einer Laufzeit von zehn Jahren. Die Höhe der Beteiligung beläuft sich auf 20.000 bis 250.000 Euro.

Die Anforderungen an das Unternehmen sind ausgeprägte fachliche und kaufmännische Qualifikation des Gründers, ein tragfähiges Unternehmenskonzept, nachhaltige Marktchancen, angemessene Eigenkapitalausstattung, persönliche Garantie des Inhabers oder Gesellschafters, eine Rückzahlung bis zum 65. Lebensjahr des Inhabers/Gesellschafters oder eine vorhandene Nachfolgeregelung.

Zur ersten Beurteilung wird ein Businessplan/Unternehmenskonzept sowie ein Lebenslauf mit beruflichem Werdegang benötigt.

Die Abschlussgebühr beträgt zuzüglich der Umsatzsteuer 2 %. Im ersten Jahr bis einschließlich des vierten Jahres beläuft sich das feste Entgelt auf  5,2 % und das gewinnabhängiges Entgelt auf 1,0 %. In den Jahren 5 bis 7 beträgt das feste Entgelt 5,7 % und das gewinnabhängige Entgelt 2,0 %. Im 8 bis 10 Jahr steigt das feste Entgelt auf 6,7 % und das gewinnabhängige auf  2,0 %.Die Bezugsgröße ist dabei die jeweilige Beteiligungseinlage.

Durch diese Form der Beteiligung soll die Eigenkapitalbasis gestärkt und erweitert werden, wobei keine Besicherung notwendig ist. Der Kreditspielraum wird vergrößert und eine stabile Eigenkapitalausstattung macht das Unternahmen krisenresistent. Insgesamt werden durch dieses Projekt verbesserte Ratingwerte durch günstigere Kreditzinsen angestrebt. Das Vorhaben erscheint auch liquiditätsschonend, da die Rückzahlung erst am Ende der Laufzeit fällig wird.

 

Das Beteiligungskapital steht jedoch häufig in der Kritik. So wird beispielsweise befürchtet, dass der bisherige Unternehmer dadurch entmachtet wird. Richterweise handelt es sich stets um typisch stille Beteiligungen und keine Abgabe von Stimmrechten. Der Unternehmer bleibt also Herr im eigenen Hause.

Zahlreiche Unternehmen gehen davon aus, dass das Beteiligungskapital nur für große Unternehmen geeignet ist. In Wirklichkeit wurde das Beteiligungskapital bisher von über 350 Existenzgründern und jungen Unternehmen in Anspruch genommen. Die durchschnittliche Beteiligungshöhe liegt bei 114 000 Euro.

Zuallerletzt sollen das Beteiligungskapital nur Unternehmen in Anspruch nehmen, die sich in Schwierigkeiten befinden. Richtig gestellt ist das Beteiligungskapital eine Finanzierungsalternative für gesunde Unternehmer, die mit breiter Eigenkapitalbasis gründen oder wachsen wollen, und für Unternehmer, die eine geordnete Finanzierungsstruktur mit mehreren Finanzierungspartnern schaffen möchten.