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Immobilienfonds contra Schifffonds

Im Gegensatz zu den Misserfolgen auf dem deutschen Schiffsmarkt, boomt die Immobilienbranche. Die Nachfrage nach geschlossenen Immobilienfonds ist deutlich gestiegen.

 

Die Situation auf dem deutschen Schiffsmarkt ist dramatisch. Die Branche leidet unter den steigenden Kraftstoffpreisen, zu hohen Kapazitäten und den sinkenden Frachttarifen. Schifffonds sind geschlossene Fonds. Die Zeichner verpflichten sich, ihr Kapital bis zur Auflösung der Fonds in den unternehmerischen Beteiligungen zu belassen. Die Anteile können vorzeitig nur über Zweitmarktplattformen veräußert werden. Der Ausstieg aus den in die Krise geratenen Beteiligungen ist für die Anleger noch schwieriger geworden.

Bei den Schiffsfonds wird das eingesammelte Kapital in den Bau oder Kauf von Seeschiffen investiert. In Deutschland gibt es fast 450.000 Investoren. Das Anlagevolumen beträgt ca. 51,5 Milliarden Euro. Im Schnitt werden bei den geschlossenen Fonds 26.000 Euro investiert. Die Schiffsfonds sind von der Unternehmenssteuer ausgenommen und können dadurch die Finanzierungen günstiger anbieten als Banken.

Wegen der hohen Kraftstoffpreise, des extremen Überangebots an Schiffen und dem Preiskampf zwischen Europa und Asien geraten jedoch immer mehr Reedereien in Zahlungsnot. Dadurch wird es für sie schwieriger, Bankfinanzierungen zu erhalten. Viele Schiffsfonds haben bereits Kredite aufgenommen und das Geld ihrer Anleger investiert. Einige sind seit Jahren nicht in der Lage, ihre Kredite zu bedienen. Sie sind für die steigenden Zinsen sehr anfällig. Ihre Schiffe werden wahrscheinlich verkauft werden müssen. Der Wert der Schiffe ist jedoch häufig erheblich gesunken. Gelingt es den Fonds nicht, die Schiffe zu einem Preis zu verkaufen, der die Kreditverpflichtungen deckt, müssen die Beteiligungsmodelle Insolvenz anmelden. Reicht der Verkaufserlös nur aus, um das Darlehen zurückzuzahlen, droht den Anlegern ein teilweiser oder vollständiger Verlust der Einlage.

Ganz anders dagegen ist die Lage bei den geschlossenen Immobilienfonds. Im ersten Quartal des Jahres ist die Nachfrage am Zweitmarkt um rund 16 % gestiegen. Darin spiegelt sich die durch die Staatsschuldenkrise ausgelöste Flucht vieler Anleger in Immobilien. Allerdings fordern die Interessenten deutliche Abschläge auf den Nominalwert. Die Anteile wurden im März nur mit 48 % des ursprünglichen Preises gehandelt. Das wird jedoch langfristig gesehen negative Auswirkungen auf das Handelsvolumen haben.

 

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Christiana Franke

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